Zentrum für Erwachsenenbildung Stephansstift Hannover, Tagungs- und Gästehaus
 
 
 

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Agenda 21
"Europäische Erwachsenenbildung - Verpflichtung für eine gemeinsame Umwelt"

Projektbeschreibung
Seminarteilnehmer
Partner

1. Projektjahr
Deutsch
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2. Projektjahr

Deutsch

Handbücher
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Projektbeschreibung

Inhalt:

Kurzdarstellung

Das von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften im Rahmen des SOKRATES-Programmes geförderte Projekt "Europäische Erwachsenenbildung - Verpflichtung für eine gemeinsame Umwelt" ist ein gemeinsames Pilotprojekt dem Zentrum für Erwachsenenbildung Stephansstift in Deutschland und Lärkkulla in Finnland . Das Projekt wendet sich an Multiplikatoren und Multiplikatorinnen in staatlicher Verwaltung und in den Kommunen sowie in Nicht-Regierungsorganisationen, Kirchen, Parteien und Wirtschaft. Auch interessierte Einzelpersonen sind angesprochen. Am Beispiel des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung werden die Teilnehmenden die Bedeutung der Agenda 21 für die Europäische Union auf nationaler und lokaler Ebene kennenlernen. Gemeinsam werden sie in interdisziplinärer Weise Problemlösungsstrategien mit neuen Methoden der Erwachsenenbildung (Stichwort Internet) in den Gebieten Verkehr und Mobilität, Ressourcenschutz und Energie, Müllvermeidung und -entsorgung, Wasser und Abwasser, Landwirtschaft und Ernährung und umweltbewußtes Management und ganzheitliche Unternehmen entwickeln. Sie werden weiterhin lernen, die europäischen Aspekte in ihre jeweiligen lokalen Kontexte einzubringen. Die Teilnehmenden werden so zunächst selber auf interkulturelle und interdisziplinäre Weise am Beispiel konkreter Themen in die Lage versetzt, global zu denken und lokal zu handeln. Im nächsten Schritt lernen sie Methoden und Strategien kennen, wie das Wissen weitergegeben werden kann und wie betroffenen Personen, Gruppen und Organisationen aktiv in Entscheidungs- und Planungsprozesse eingebunden werden können.

In dem Projekt werden neue Formen der Erwachsenenbildung in Europa durch den Verbund von Open-Distance-Learning und Präsenzphasen/Seminaren erprobt.

In jeder der drei beteiligten Erwachsenenbildungseinrichtungen findet ein dreitägiges Seminar zur Einführung in das Thema, ein fünftägiges Hauptseminar und ein dreitägiges Auswertungstreffen statt. Die Teilnehmenden werden während der Kurse durch Fachvorträge von Experten an die zu behandelnden Themen herangeführt. Vorwiegend sollen sie sich aber der Thematik durch Gruppenarbeit, Planspiele und über verschieden Medien selbst nähern: learning by doing. Über diese Kursen hinaus werden durch die Einrichtung eines interaktiven Modells des Open-Distance-Learnings mit Hilfe neuer Kommunikationstechnologien (Internet und WorldWideWeb) neue Formen der Erwachsenenbildung in Europa erprobt.

Hierzu wird eine Internet-Website als "Europäischer Informations- und Kommunikationspool" mit dem Namen "Ökologische Erwachsenenbildung in Europa (ÖKEE)" aufgebaut. Die an den Seminaren Teilnehmenden werden am Ende jeden Kurstages die Ergebnisse des Tages für eine Bereitstellung im Internet aufbereiten und eingeben. Durch die Bereitstellung der Projektmaterialien, -erfahrungen und -ergebnisse im Internet kînnen die an den Seminaren Teilnehmenden die Diskussion auch außerhalb der Seminarzeiten weiterführen. Außerdem wird eine Kommunikation mit räumlich vom Projekt distanzierten Bildungsträgern, Organisationen, Gruppen und Personen möglich.

Schließlich werden durch die Gestaltung des Projektes im europäischen Verbund die europäische Begegnung und der europäische Dialog gestärkt. Es besteht ein ständiger Austausch zwischen den Kursen der drei beteiligten Länder durch die Einrichtung der Internet-Website und auch mit räumlich distanzierten Personen in ganz Europa. Außerdem findet als Abschluss der Kurse ein Treffen von Kursteilnehmern und Kursteilnehmerinnen aus allen drei am Projekt beteiligten Ländern statt. Dieses gemeinsame Auswertungsseminar fördert den Kontakt und den direkten Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden aus den verschiedenen Ländern.

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Hintergrund des Projekts

Während der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung, die im Juni 1992 in Rio de Janeiro stattfand, wurde die Agenda 21 als Aktionsplan für das 21. Jahrhundert zur Lösung der dringlichsten Probleme von mehr als 170 Regierungschefs unterzeichnet. Die Agenda 21 steht unter dem Leitbild der "nachhaltigen Entwicklung": Das Leben soll so gestaltet werden, dass die Grundbedürfnisse heutiger Generationen befriedigt werden können, ohne zukünftigen Generationen ihre Lebensgrundlage zu zerstören. Um dieses zu erreichen, müssen Armutsbekämpfung, eine sozial orientierte Wirtschaftsentwicklung und Umweltschutz Hand in Hand gehen.

Da viele der in ihr angesprochenen Probleme und Lösungen sich auf die örtliche Ebene beziehen, fordert das Kapitel 28 alle Städte und Gemeinden auf, eigene Maßnahmen und Aktivitäten zur Schaffung einer "nachhaltigen Entwicklung" durchzuführen. Mit der Unterzeichnung der Agenda 21 hat demzufolge ein Prozess begonnen, lokale Agenden 21 auf kommunaler und regionaler Ebene zu erstellen, um weltweit eine zukunftsfähige Gesellschaft zu schaffen. Auch viele europäischen Kommunen haben beschlossen, lokale Agenden zu erstellen. Die Agenda 21 verpflichtet die Kommunen dabei, einen Diskussions- und Beratungsprozess mit der lokalen Bevölkerung durchzuführen (Kapitel 28), um einen Konsens über nachhaltige Entwicklungsstrategien zu erzielen. Um diesen Prozess einzuleiten, muss in der Bevölkerung ein breites Verständnis für die Ziele der Agenda 21 vorhanden sein.

Derzeit stehen allerdings viele MultiplikatorInnen aus Kommunen, staatlicher Verwaltung, aus Wirtschaft, Parteien und Kirchen, aus Nicht-Regierungsorganisationen vor dem Problem, die Ziele der Agenda 21 fassbar zu machen und durch konkretes Handeln umzusetzen. Schwierigkeiten treten insbesondere dadurch auf, dass die Agenda 21 in ihrer Umsetzungsstrategie wesentlich auf die Beteiligung der Betroffenen zielt. Sie fordert dadurch geistig-soziale Dimensionen, die derzeit in der politischen und planerischen Praxis selten mitberücksichtigt werden. Des weiteren steht sie in einem globalen Problemzusammenhang. Bisherige politische Programme, die lokal umgesetzt worden sind, sind demgegenüber eher national ausgerichtet. Aufgrund der Erkenntnis, dass viele Probleme nicht an Nationalgrenzen halt machen, bedürfen lokale Planungen in Zukunft immer mehr einer globalen Ausrichtung.

Das Projekt "Europäische Erwachsenenbildung - Verpflichtung für eine gemeinsame Umwelt" steht am Anfang des Prozesses der Umsetzung der Agenda 21 in Europa,. Damit dieser Prozess aber tatsächlich nicht hinter verschlossenen Türen abläuft, muss in der Bevölkerung ein breites Verständnis für die Ziele der Agenda 21 vorhanden sein. Bildung und Erziehung spielen dabei eine wesentliche Rolle. Sie sind unerlässliche Voraussetzungen für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und die Verbesserung der Fähigkeit der Menschen, sich mit Umwelt- und Entwicklungsfragen auseinander zu setzen (Agenda 21, Kapitel 36). Um eine global nachhaltige Lebensweise führen zu können und die Welt, in der sie leben, mit ihren Vernetztheiten und Interdependenzen bewusster erfahren und wahrnehmen zu können, müssen die Menschen besser informiert sein.

Ziel des Projekts

  1. Verbesserung des Verständnisses von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen für die politischen, ökonomischen und administrativen Aspekte der Europäischen Union;

  2. Förderung des Wissens über und des Verstehens von europäischen Standards, Gesetzen und Entscheidungsfindungsprozessen am Beispiel der Agenda 21;

  3. Entwicklung interdisziplinärer und interkultureller Bildungsprogramme mit dem Schwerpunkt der Umsetzung der Agenda 21 auf der lokalen Ebene unter Berücksichtigung europäischer Belange;

  4. Qualifizierung von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen für die Umsetzung der Agenda 21 in ihren lokalen Arbeitsfeldern innerhalb europäischer Zusammenhänge; Vermittlung ökologischer Handlungskompetenz für Erwachsenenbildungsprozesse;

  5. Entwicklung von europäischen Zentren der Erwachsenenbildung als vernetzte Lernzentren für europäische Gegenwarts- und Zukunftsfragen;

  6. Entwicklung pädagogischer Arbeitshilfen und Lehrmaterialien für die praktischen Arbeitsfelder der Multiplikatoren und Multiplikatorinnen;

  7. Einrichtung und Erprobung eines interaktiven Modells des Open-Distance-Learning (ODL) über Internet und World Wide Web (WWW) für eine neuartige Vermittlung von Lern- und Lehrmaterialien der Erwachsenenbildung in Europa.

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Angestrebte Projektergebnisse

Erlernen von Kommunikationsstrategien und Bildung von Netzwerken als Hilfe zur Umsetzung der Agenda 21 auf lokale Ebene

"Europäische Erwachsenenbildung - Verpflichtung für eine gemeinsame Umwelt" hat sich vorgenommen, Methoden aufzuzeigen, die es ermöglichen, verschiedene Akteure eines gesellschaftlichen Prozesses, zwischen denen sonst wenig oder gar keine Kommunikation besteht, miteinander ins Gespräch zu bringen. Anregungen und Beispiele für neue Kommunikationsstrategien und lokale Lösungsansätze zur Umsetzung der Agenda 21 sollen gemeinsam von den Teilnehmenden entwickelt werden. Des weiteren soll das Projekt den Teilnehmenden selbst anhand der Agenda 21 Interesse für die Belange der EU wecken und ihr Wissen darüber erweitern. Zum anderen soll es die Teilnehmenden der Kurse befähigen das Gelernte in ihren Gruppen, Gemeinden, Ämtern, Organisationen und Betrieben weiterzugeben. Es ist ein Pilotprojekt zur Entwicklung von Unterrichtskonzepten und -materialien für den Themenkomplex der Umsetzung der Agenda 21. Die Gestaltung des Projektes im europäischen Verbund ermöglicht es den Teilnehmenden, direkt an den Erfahrungen in den Niederlanden, in Finnland und in Deutschland teilzuhaben. Es besteht ein ständiger Austausch und direkte Kommunikation zwischen den Lehrenden und den Teilnehmenden der Kurse aus den drei Ländern. Nationale ebenso wie internationale Netzwerke von Menschen, die sich mit gleichen Problematiken und Arbeitsfeldern beschäftigen, können somit aufgebaut werden.

Schaffung eines Modells für die Anwendung neuer Kommunikationstechnologien (Internet und WWW)

Als besonderes Ergebnis des Projektes soll ein Modell für die Anwendung neuer Kommunikationstechnologien (Internet und WWW) geschaffen werden, um damit neue Formen der Erwachsenenbildung in Europa zu erproben. Hierzu wird eine interaktive Internet-Website als "Europäischer Informations- und Kommunikationspool" mit dem Namen "Ökologische Erwachsenenbildung in Europa (ÖKEE)" aufgebaut. So werden für andere europäischen Bildungsträger per Computer Informationen über das Projekt, Lehrmethoden und -materialien, Erfahrungen und Ergebnisse permanent bereit und zur Diskussion gestellt. Hilfe und Informationen durch die Datenbank und das angesammelte Fachwissen das bereitgestellt wird, bringen eine enorme Kostenersparnis für die Nutzer der Website. Die Website ist ein interaktiver Knotenpunkt für Informationen, auf den einfach zugegriffen werden kann. Informationen müssen nicht von jeder Gruppe oder Organisation selbst erarbeitet werden, Erfahrungen können durch die Möglichkeit des Austausches in der Website abgefragt werden.

Der Zugang zu den Materialien der Website ist über einen Internet-Anschluss und über WWW möglich. Die Seiten werden regelmäßig überarbeitet und aktualisiert. Die Website ist über Computer jederzeit in allen europäischen Staaten abrufbar. Sie soll über die Projektdauer hinaus als Informations- und Kommunikationsorgan für ökologische Erwachsenenbildung fortgesetzt werden. Die Internet-Website wird in den Sprachen deutsch und Englisch geführt.

Erarbeitung eines Handbuchs zur Umsetzung der Agenda 21 auf lokale Ebene im europäischen Kontext

Aus den Erfahrungen der ersten drei Kurse in Deutschland, Finnland und den Niederlanden soll ein Handbuch für andere Bildungsträger und andere Interessierte in Europa entwickelt werden.

Das Handbuch besteht aus:

  1. einem Leitfaden mit dem Unterrichtskonzept und praktischen Arbeitshilfen,

  2. Lehrmaterialien und Literaturlisten zu den einzelnen Themenbereichen, technische Informationen zur Nutzung des Internets und des interaktiven Dialogs,

  3. beispielhaftem Aufzeigen lokaler Aktionen und Lösungsansätze.

Das Handbuch soll Methoden aufzeigen, die es möglich machen, die verschiedenen Akteure eines Problembereiches, zwischen denen sonst nur wenig oder keine Kommunikation besteht, ins Gespräch zu bringen. Anregungen und Beispiele für neue Kommunikationsstrategien und lokale Lösungsansätze zur Umsetzung der Agenda 21 die gemeinsam von den Teilnehmenden der Kurse erarbeitet werden, werden in dem Handbuch aufgenommen. Die Beispiele für lokale Lösungen werden die Themen aus der Perspektive der beteiligten Nationen interkulturell und interdisziplinär behandeln.

Die Unterrichtskonzepte werden so gestaltet sein, dass die angewendeten Methoden auch auf andere Themengebiete der Erwachsenenbildung übertragbar sind. Die Methoden werden ausführlich vorgestellt und anhand von Beispielen aus den Kursen erläutert.

Das Handbuch wird in Deutsch, Englisch, Finnisch, Niederländisch und Schwedisch in gedruckter Form erscheinen. Die Auflage wird zunächst bei 6.000 Exemplaren liegen. Das Handbuch wird über die verschiedenen Verbände der Heimvolkshochschulen in Deutschland, Finnland und den Niederlanden bekannt gemacht und verbreitet. Es wird außerdem über Netzwerke der europäischen Heimvolkshochschulen und der Europäischen Erwachsenenbildung verbreitet.

Schriftliche Auswertung

Für die Auswertung des Projektes wird eine ausführliche schriftliche Auswertung erstellt. Diese enthält Erfahrungen und Ergebnisse aus allen Kursen und wertet diese aus. Die Auswertung bildet die Basis für den Inhalt der Arbeit der folgenden Jahre zur Agenda 21 in Europa. Sie wird in Deutsch, Englisch, Finnisch, Niederländisch und Schwedisch in einer Gesamtauflage von 3000 Exemplaren erscheinen. Das Handbuch und die schriftliche Auswertung werden außerdem in der Website in den oben genannten Sprachen allen Interessierten zur Verfügung und zur Diskussion gestellt.

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Zielgruppen

Die Kurse richten sich an Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus

  • Nichtregierungsorganisationen (Basisgruppen, Initiativen, Projekte, Verbände, Kirchen etc.) der unterschiedlichen Bereiche wie Umweltschutz, dem sozialen und dem entwicklungspolitischen Bereich, Konsumentenorganisationen,

  • der staatlichen Verwaltung,

  • den Kommunen,

  • den Parteien,

  • privaten Wirtschaftsbetrieben in Deutschland, Finnland und den Niederlanden.

  • Auch interessierte Einzelpersonen sind angesprochen.

Die Teilnehmenden sollen von ihren Gruppen, Gemeinden, Landkreisen, Betrieben und anderen Einrichtungen entsendet werden. Die Seminare bringen alle Akteure der Agenda 21, aus dem Umweltschutzbereich, der Wirtschaft, dem sozialen und dem entwicklungspolitischen Bereich an einen Tisch, um die Umsetzung lokaler Agenden 21 "unter dem gemeinsamen Dach Europa" voranzutreiben.

Die Kurse sind für 60 Teilnehmende angelegt, etwa 20 Personen pro beteiligtem Land.

Über die direkt an den Kursen teilnehmenden Personen hinaus können alle interessierten Menschen über die eingerichtete Internet-Website aktiv an der Diskussion teilnehmen. So werden auch räumlich von dem Projekt distanzierte Personen mit einbezogen und eine neue Art des Open-Distance-Learning in der Erwachsenenbildung erprobt.

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Methodisch-didaktische Besonderheiten des Projekts

Erwachsenenbildung fragt in ihrer politischen Bildungsarbeit traditionell nach der Stellung von Einzelnen und Gruppen im gesellschaftlichen Gefüge, nach Macht und Herrschaft, nach Interessensvertretung und Partizipation. In der umweltorientierten Erwachsenenbildung tritt die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Mensch, Natur, Technik und Gesellschaft unter ethischen, sozialen und ökonomischen Kriterien in den Vordergrund.

Die Lernprozesse sind besonders durch drei Elemente gekennzeichnet:

  • Erfahrungsbezogenheit: Neben die Vermittlung von kognitivem Wissen tritt als entscheidendes Moment die Vermittlung von Erfahrungen und Erlebnissen sowie deren reflexive Aufarbeitung.

  • Ganzheitlichkeit: Im Lernprozess wird die ganze Person durch verschiedene Formen des aktionalen Lernens angesprochen. Vorherrschend ist der Typus des selbsterforschenden, eigener Neugierde folgenden Lernens.

  • Handlungsorientierung: Ökologisches Lernen, Umweltbewusstsein, umweltbewussteres Handeln werden erprobt.

In dem Projekt werden neue Formen der Erwachsenenbildung in Europa durch den Verbund von Open-Distance-Learning und Präsenzphasen/Seminaren erprobt.

In jeder der drei beteiligten Heimvolkshochschulen findet ein dreitägiges Seminar zur Einführung in das Thema, ein fünftägiges Hauptseminar und ein dreitägiges Auswertungstreffen statt. Zur Vorbereitung erhalten die Teilnehmenden der Kurse einen Fragebogen und einen Vorbereitungsreader. Der Reader enthält einen geschichtlichen Abriss zur EU und einen Überblick über die Umweltschutzpolitik der EU. Des weiteren enthält er Sachtexte über die Agenda 21 und die Themenbereiche die in den Kursen angesprochen werden sollen.

Mit Hilfe des Fragebogens, sollen die Teilnehmenden ihre Interessensschwerpunkte darlegen. Die Fragebögen werden nach den Einführungsseminaren ausgewertet. Die Schwerpunkte der Hauptseminare richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden.

Die Teilnehmenden werden während der Seminare durch Fachvorträge an die Themen herangeführt. Vorwiegend sollen sie sich aber die Themen durch Gruppenarbeit, Planspiele und über verschiedene Medien selbst erarbeiten: Learning by doing.

In den Gruppenarbeiten sollen Problembereiche in kleineren Kreisen diskutiert und Lösungsansätze gesucht werden. Jede Gruppe geht unter einem anderen Gesichtspunkt an einen Bereich heran. Die Ergebnisse werden im Plenum vorgetragen und dann gemeinsam diskutiert.

In den Planspielen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit Problematiken kennen zu lernen und in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. So haben sie die Möglichkeit verschiedene Denkweisen und Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren und deren Wirkung "an ihrer eigenen Haut" zu erleben.

Die Vorträge von Experten im Plenum und Exkursionen dienen der Vorstellung von Modellen und der Vermittlung der damit gemachten Erfahrungen.

Die Teilnehmenden sollen sich den Themenbereichen über einen interdisziplinären und interkulturellen Ansatz nähern, der die soziokulturellen und demographischen Aspekte der Umwelt- und Entwicklungsfragen berücksichtigt. Regel- und Wirkungskreise sollen erarbeitet und aufgezeigt werden.

Am Ende der Kurse steht eine Zukunftswerkstatt. Die Zukunftswerkstatt spiegelt den Prozess vom Problem über die Reflexion zum Handlungsbeschluss wider. Die Teilnehmenden werden ermuntert und befähigt die Lösung von Problemen nicht sogenannten Experten zu überlassen, sondern das während der Kurse gelernte Wissen umzusetzen und mit Phantasie Lösungen zu finden.

Die Heimvolkshochschulen bieten für die Kurse die besondere Methode des Lebens und Lernens unter einem Dach. Nach den Kursinhalten am Tag, bietet der Abend die Möglichkeit in entspannter Atmosphäre gemeinsam das gelernte zu reflektieren und zu diskutieren. Der Lernprozess wird dadurch wesentlich vertieft.

Über diese Kursen hinaus werden durch die Einrichtung eines interaktiven Modells des Open-Distance-Learnings mit Hilfe neuer Kommunikationstechnologien (Internet und WorldWideWeb) neue Formen der Erwachsenenbildung in Europa erprobt.

Hierzu wird eine Internet-Website als "Europäischer Informations- und Kommunikationspool" mit dem Namen "Ökologische Erwachsenenbildung in Europa (ÖKEE)" aufgebaut. Die an den Seminaren Teilnehmenden werden am Ende jeden Kurstages die Ergebnisse des Tages für eine Bereitstellung im Internet aufbereiten und eingeben. Durch die Bereitstellung der Projektmaterialien, -erfahrungen und -ergebnisse im Internet können die an den Seminaren Teilnehmenden die Diskussion auch außerhalb der Seminarzeiten weiterführen. Außerdem wird eine Kommunikation mit räumlich vom Projekt distanzierten Bildungsträgern, Organisationen, Gruppen und Personen möglich.

Schließlich werden durch die Gestaltung des Projektes im europäischen Verbund die europäische Begegnung und der europäische Dialog gestärkt. Es besteht ein ständiger Austausch zwischen den Kursen der drei beteiligten Länder durch die Einrichtung der Internet-Website und auch mit räumlich distanzierten Personen in ganz Europa. Außerdem findet als Abschluß der Kurse ein Treffen von Kursteilnehmern und Kursteilnehmerinnen aus allen drei am Projekt beteiligten Ländern statt. Dieses gemeinsame Auswertungsseminar fördert den Kontakt und den direkten Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden aus den verschiedenen Ländern.

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